Auf der Zielgeraden

Einen wunderschönen guten Morgen!

Ich hoffe bei euch ist es genauso wunderbar sonnig und frühlingshaft wie bei mir in Niedersachsen. Die Vögel zwitschern um die Wette und die Blumen strecken ihre Köpfe gen Sonne, die Natur erwacht.

Ich befinde mich mein Buch betreffend auf der Zielgeraden und und arbeite schwer daran in den nächsten Wochen fertig zu werden. Wie genau ich es veröffentlichen kann muss ich mir noch im Detail ansehen, aber ich möchte es gerne hier auf der Webseite einstellen und über amazon kindle vertreiben. Wenn mir jemand von euch Tipps geben kann wäre ich sehr dankbar!

In der Zwischenzeit stelle ich hier noch einen Auszug vom Buch ein, damit ihr mal wieder ein bisschen reinschnuppern könnt, was euch so erwartet. Viel Spaß beim Lesen, ich freue mich auch wie immer über euer feedback!

Sonnige Grüße und viel Licht und Hoffnung,

Eure Franziska


September 2012 bis April 2013


Der Urlaub in Westaustralien war einfach unglaublich schön! Ich hatte durch den Schub (so nennt man einen “Anfall” von MS) Anfang August keinerlei bleibenden Symptome oder Schäden erlitten (z. Bsp. Nervenschäden, Schmerzen, Taubheit, Vibrieren, Kribbeln, Muskelschwäche und all die furchtbaren Leiden mit denen, bis jetzt, so viele MS Patienten leben müssen) und konnte das Leben so weiterhin in vollen Zügen genießen. Kurz nach der Kortisonkur litt ich unter einem unsäglichen Kribbeln in den betroffenen Körperteilen, aber das wurde mit der Zeit immer schwächer und schwächer und beeinträchtigte mich nicht weiter groß. Man kann es gut damit vergleichen, wie es sich anfühlt, wenn einem das Bein oder der Arm einschläft. Das Gefühl, wenn diese Extremitäten wieder mit Blut versorgt werden, also “aufwachen”, ist genauso. Es konnte damit gelebt werden, und da es eh schwächer und schwächer wurde, war ich mir sicher, dass es früher oder später eh weg sein würde. So war es einige Wochen später dann auch.

Wir fuhren eine Woche mit dem Mietwagen auf einer vorgegeben Route kreuz und quer durch die Prärie und durften gegen Ende des Urlaubs bei einer Bootstour sogar Wale beobachten... Ein unbeschreiblich wunderbares Erlebnis, Gänsehaut garantiert! Noch heute schwelge ich oft und gerne in Erinnerungen wie diesen.... Die Landschaft, Natur und das wildlife in Westaustralien sind atemberaubend, die kleinen Städte und Dörfer haben viel Geschichte und Kultur und wo man auch hinkommt trifft man auf besondere Orte und besondere Menschen. Das Leben und das erleben von Abenteuern sind mit das größte und kostbarste Geschenk das man "sein Eigen" nennen kann... Ich habe ein paar Fotos rausgesucht, die meine Geschichte begleiten und einen, sprichwörtlichen, Einblick in mein Leben geben sollen. Falls ihr euch fragt, warum es nur schöne Fotos sind.... Niemand wird gerne dabei fotografiert, wenn er, oder in meinem Fall sie, nach einem Schub und fünf Stunden Wartezeit in einem emergency room zu schwach ist auch einfach nur aufrecht auf einem Stuhl zu sitzen. Und für solche Momente lassen sich auch nur schwerlich willige Fotografen finden... Gary und mir lag das Fotografieren auf jeden Fall fern… Deshalb, genießt die schönen Momente die wir festgehalten haben, ich hoffe die Lebensfreude und das Vergnügen Neues zu erleben und zu entdecken springt euch aus jeder einzelnen Aufnahme förmlich entgegen.

Nach unserer Rückkehr, eine Woche kann so kurz sein, ging der Alltag wieder los, und bis auf die Tatsache, dass ich noch einen Termin beim Neurologen vor mir hatte und der ganze Vorfall ein riesiges Rätsel blieb, das sich niemand erklären konnte, war alles wieder beim Alten. Ich ging wieder jeden Tag zur Arbeit und, da ich noch in der Ausbildung war, alle paar Wochen zur Berufsschule. Meine Familie und meine Freunde waren natürlich sehr besorgt um mich und stellten viele Fragen, doch Antworten hatte ich keine. Glücklicherweise war es mir sehr gut möglich die Wartezeit mit wenig Grübeln und Nachforschen zu verbringen, ich nahm mein "Schicksal", das ja nun zu diesem Zeitpunkt wirklich noch nicht so schlimm war, an, und blickte nach vorne. Ein guter Teil Verdrängung war bestimmt auch im Spiel… Bis zum bevorstehenden Gespräch mit dem Neurologen würden Verzweiflung und Panik machen auf jeden Fall ja auch nichts bringen, so viel stand fest.

Die Ärzte, sowohl mein Hausarzt als auch die Ärzte im emergency room, blieben vorsichtig positiv und machten mir Mut. Während aller Termine und Untersuchungen wurde mir immer wieder versichert es sähe alles gut aus und ich sollte mich nicht zu sehr runterziehen lassen. Nur eines konnte ich nicht verstehen... Man sagte mir, dass eine endgültige Diagnose nicht nur durch einen MRT vom Zentralen Nervensystem gestellt werden konnte, dafür bräuchte man auch Aufnahmen vom Gehirn. Nur wurde das nicht gemacht. Ich fragte damals nicht nach, ich vermute heute, dass es mir ganz recht war, wenn der Hammer noch nicht viel und ich noch eine ganze Weile hoffen konnte.

Mitte August wurden also die MRT scans vom CNS (central nervous system) gemacht und Mitte September hatte ich meinen ersten Termin mit der Neurologin des Box Hill Hospital. Da ich mir sicher war, dass heute noch nicht der Tag war, an dem sich mein Leben potentiell komplett auf den Kopf stellen würde, ging ich voller Zuversicht zum Termin. Ich fühlte mich gut, stark und mental gut vorbereitet. Immerhin - ich war doch eine Kämpferin! Wäre doch gelacht!

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